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Wald und Klima sind untrennbar verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig.
Unser Umgang mit dem Wald hat - positiv oder negativ - auch Auswirkungen auf den Klimawandel.

Die Wälder der verschiedenen Klimazonen
Der Wald ist direkt abhängig vom jeweils herrschenden Klima. In jeder Klimazone wachsen die ihr angepassten Waldtypen – sei es der tropische Regenwald in Äquatornähe oder der sommergrüne Laubmischwald in unseren Breiten.

Das Mikroklima im Wald
Wälder schaffen ihr eigenes, kleinräumiges Klima. Ruft man sich in Erinnerung, wie angenehm kühl es selbst im Hochsommer im Waldesinneren sein kann, leuchtet dies schnell ein. Beim genauen Beobachten kann man feststellen, wie sich das Mikroklima je nach Besonnung, Vegetation und Topografie im Wald von einem Meter zum anderen ändern kann.

Wald als „Klimaschützer“
Der Wald hat eine Wirkung auf das Klima auf der Erde insgesamt:
Bäume entziehen der Atmosphäre CO2, - ein wichtiges Treibhausgas - indem sie den Kohlenstoff in ihre Substanz einbauen. Dies führt zum Holzzuwachs des Baumes.
Wenn ein Baum stirbt, wird beim Abbau des Holzes der Kohlenstoff als CO2 wieder frei. Dieser Vorgang ist an sich klimaneutral (die CO2-Bilanz ist ausgeglichen). Das gilt grundsätzlich auch für das Verbrennen von Holz.
Wird Holz in Häusern, Brücken oder Möbeln verbaut, wird das „eingebaute“ CO2 für Jahre oder Jahrzehnte (im Extremfall für Jahrhunderte) aus dem Kreislauf entfernt. Insgesamt wirken Bäume und Wälder also bremsend auf die Klimaerwärmung, und Bauen mit Holz kann klimaschützend wirken.

Nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern versus Raubbau
Für eine ausgeglichene oder positive CO2-Bilanz ist die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern sehr wichtig. "Nachhaltig" bedeutet, dass nur so viel Holz geerntet wird, wie nachwächst.
Labels wie FSC oder das Q-Label zeigen dem Konsumenten an, dass das Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammt.
Wird allerdings mehr Holz geerntet oder verbrannt, als wieder nachwächst, ist die CO2-Bilanz negativ. Grossflächige Brandrodungen und rücksichtsloses Abholzen von Wäldern (z.B. für Viehzucht oder Plantagen) tragen zu einem bedeutenden Teil zur Erwärmung des Klimas bei.

Wald und Phänomene der Natur
Fragt man sich, ob und wie der Klimawandel bereits heute im Wald sichtbar ist, kann man evtl. folgende Symptome beobachten:
  • Kronenverlichtung

  • vermehrte Sturmschäden

  • Schädlingsbefall

  • Hinweise auf Trockenheit

  • wärmeliebende, nicht heimische Pflanzen (z.B. Robinie)
Weil sich das Klima nur über längere Zeiträume hinweg sinnvoll beobachten lässt, sind einzelne Symptome jedoch nicht aussagekräftig. Sinnvolle Interpretationen sind erst in Kombination mit anderen Indizien machbar.
Langjährige Beobachtungsreihen zeigen auf, dass viele Pflanzen im Verlauf der letzten Jahre und Jahrzehnte im Durchschnitt jedes Jahr früher blühen oder dass der Blattaustrieb früher erfolgt. Diese phänologischen Daten liefern damit zahlreiche Indizien für die Klimaerwärmung.

Der Wald als Klimaarchiv
Jeder Baum bildet Jahrringe. Sie entstehen durch den jährlichen Zuwachs des Stammes, die Anzahl gibt also über das Alter eines Baumes Auskunft. Einzelne besonders breite Jahrringe deuten darauf hin, dass die Bedingungen in diesem Jahr besonders gut waren, ein schmaler Jahrring wird durch ein trockenes oder kaltes Jahr hervorgerufen. Die Botschaften sind jedoch nicht immer eindeutig und müssen interpretiert werden.
Die unterschiedlichen Jahrringe macht sich die Dendrochronologie zu Nutze. Ausgegangen wird von einem Holz, dessen Schlagjahr bekannt ist. Mit Hilfe von unzähligen anderen Hölzern der gleichen Art, deren einzelne Lebensspannen sich allerdings genügend überlappen müssen, kann nun ein Jahrringkalender zusammengesetzt werden. Damit können zum einen hölzerne Objekte sehr genau datiert werden - zum anderen lassen sich Aussagen über das Klima und seine Veränderung treffen.

Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald – mögliche Szenarien
Der Klimawandel wirkt sich unweigerlich auf den Wald aus: Für die Schweiz ist eine Prognose, dass es längere, heissere Sommer und kürzere, mildere Winter geben wird. Hitzesommer wie 2003 werden künftig alle 2 bis 5 Jahre auftreten, Niederschläge im Winter zu- und im Sommer abnehmen. Im Sommer werden deshalb häufiger Dürreperioden auftreten, starke Stürme und Unwetterereignisse häufiger und intensiver sein als heute.
Der Klimawandel führt bei einzelnen Arten zu einer Verschiebung der geeigneten Lebensräume. Es werden sich also nicht ganze Ökosysteme in klimatisch günstigere Gebiete verschieben - vielmehr ist wegen neuer Konkurrenzverhältnisse mit einer Veränderung der Artenzusammensetzung am ursprünglichen Standort zu rechnen. Für den Schweizer Wald in 100 Jahren gibt es im Moment die folgenden Prognosen:
  • Die Pflanzen- und Tierwelt wird ähnlich sein wie heute im Mittelmeerraum.

  • Baumarten, die sich nicht an die neuen Klimaverhältnisse anpassen können, werden weitgehend verschwinden (z.B. Fichte und Tanne).

  • Im Mittelland wird mit einer starken Ausbreitung der Traubeneiche gerechnet.

  • Bei anhaltender Trockenheit und starkem Temperaturanstieg von ca. 6. Grad wird sich die Buche in die Bergregionen zurückziehen.

  • Die wärmeliebenden Eichen (Flaum- und Traubeneiche) und Waldföhren werden sich in den mittleren Lagen der Inneralpen ausbreiten.

  • Im Zentralwallis wird (statt der heute dominierenden Waldföhre) unterhalb von 1000 m ü. M. die Flaumeiche zur Hauptbaumart werden.

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